Seminar im Modul I: London als Metropole der Kunst vom 19. bis 21. Jahrhundert
Dozent:innen: Univ.-Prof. Dr. Gregor Wedekind; Dr. Steffen HaugKurzname: Seminar I
Kurs-Nr.: 07.092.305
Kurstyp: Seminar
Voraussetzungen / Organisatorisches
Das Seminar versteht sich als Vorbereitung für die große Exkursion nach London im März 2026. Um an der Exkursion teilnehmen zu können, ist der Besuch des Seminars obligatorisch. --> Bitte melden Sie sich beim Seminar von Prof. Wedekind an und setzen dies in der Anmeldegruppe auf Präferenz 1Studienleistung: Referat, Referatsvergabe für akzeptierte Teilnehmer*innen in der ersten Sitzung.
Modulabschluss: Hausarbeit, Abgabe bis spätestens Dienstag, 31. März 2026 (einheitlicher Termin) im Studienbüro.
Inhalt
Im Spannungsfeld einer parlamentarisch-bürgerlichen Gesellschaft, einer imperialen Kolonialpolitik und der industriellen Revolution entwickelt London sich nach 1800 zur modernsten Stadt Europas und zu einem Zentrum der Kunst.In der Metropole kamen Personen, künstlerische Positionen und Ideen auf vielfältigste Weise zusammen: William Blake erfand zwischen bildender Kunst und Literatur die englische Romantik. John Constable und William Turner reformierten die Landschaftsmalerei in einer Zeit von Eisenbahnen und Dampfschiffen. Karikaturisten wie James Gillray und Thomas Rowlandson fokussierten die moralischen Widersprüche der Epoche. Die Präraffaeliten John Millais oder Dante Rosetti griffen auf eine Vor-Moderne Lebenswelt als Inspiration zurück. William Morris mit der Arts and Crafts Bewegung sowie John Ruskin verbanden ästhetische und soziale Werte.
Zugleich begann die Institutionalisierung von Kunst und Kultur, deren Basis seit 1768 die Royal Academy of Arts unter Joshua Reynolds legte. Ebenfalls bereits im 18. Jahrhundert begannen die heute weltweit führenden Aktionshäuser Christie’s und Sotheby‘s ihre Geschäfte. Schließlich bewirkten Museumsgründungen den Aufstieg Londons zu einer Kunstmetropole und sichern ihr diesen Rang bis in unsere Gegenwart. Die Gründungen der National Gallery oder der Dulwitch Picture Gallery zielten auf die aufklärerische Funktion für ein wachsendes Bürgertum. Das British Museum erhielt 1850 seinen heutigen Bau und trug seine umfangreichen Sammlungen in den Machtstrukturen des Empire zusammen. Ebenfalls zur Mitte des Jahrhunderts wurde in South Kensington das (heute so heißende) Victoria & Albert Museum als Museum für Kunstgewerbe und Design eröffnet. Die Tate Britain wiederum betonte die nationale Kunst. Sie war durch kolonialen Reichtum gestiftet. Im 20. Jahrhundert kamen prägende Institutionen wie das Institute of Contemporary Art, die Southbank Gallery oder die Tate Modern hinzu, die wiederum der aktuellen Kunst ihrer Zeit einen Raum schufen.
Auch für die Kunst änderten sich im 20. Jahrhundert die Koordinaten: der Erste Weltkrieg prägte die Malerei von Paul Nash, die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs verarbeitete Henry Moore. Die Konsumkultur thematisierte ironisch Richard Hamilton oder Peter Blake. Mit der OP-Art Malerin Bridget Riley und der „Young British Artist“ Sarah Lucas fanden zunehmend auch Künstlerinnen gebührende Aufmerksamkeit, so dass sich die Liste fortsetzen lässt.
In Kunstwerken ebenso wie in den institutionellen Manifestationen im Stadtraum lässt sich in London die Zeit in ihrer spannungsvollen Entwicklung ablesen. Der Blick zurück gilt künstlerischen und kulturellen Positionen der Metropole in ihrer komplexen wie langfristig prägenden Entwicklungen. Das Seminar fokussiert auf die maßgeblichen künstlerischen Werke und Diskurse, auf der Exkursion wird dies durch den Blick auf die Institutionen erweitert.
Termine
| Datum (Wochentag) | Zeit | Ort |
|---|---|---|
| 28.10.2025 (Dienstag) | 14:15 - 15:45 | 02 521 HS Kunstgeschichte 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 04.11.2025 (Dienstag) | 14:15 - 15:45 | 02 521 HS Kunstgeschichte 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 11.11.2025 (Dienstag) | 14:15 - 15:45 | 02 521 HS Kunstgeschichte 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 18.11.2025 (Dienstag) | 14:15 - 15:45 | 02 521 HS Kunstgeschichte 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 25.11.2025 (Dienstag) | 14:15 - 15:45 | 02 521 HS Kunstgeschichte 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 02.12.2025 (Dienstag) | 14:15 - 15:45 | 02 521 HS Kunstgeschichte 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 09.12.2025 (Dienstag) | 14:15 - 15:45 | 02 521 HS Kunstgeschichte 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 16.12.2025 (Dienstag) | 14:15 - 15:45 | 02 521 HS Kunstgeschichte 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 06.01.2026 (Dienstag) | 14:15 - 15:45 | 02 521 HS Kunstgeschichte 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 13.01.2026 (Dienstag) | 14:15 - 15:45 | 02 521 HS Kunstgeschichte 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 20.01.2026 (Dienstag) | 14:15 - 15:45 | 02 521 HS Kunstgeschichte 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 27.01.2026 (Dienstag) | 14:15 - 15:45 | 02 521 HS Kunstgeschichte 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 03.02.2026 (Dienstag) | 14:15 - 15:45 | 02 521 HS Kunstgeschichte 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 10.02.2026 (Dienstag) | 14:15 - 15:45 | 02 521 HS Kunstgeschichte 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |