Säumnis und Rücktritt bei Prüfungen

Wer sich zu einer Prüfung angemeldet hat, hat grundsätzlich an dieser teilzunehmen.

Bei

  1. Nichterscheinen ohne triftigen Grund,
  2. verspäteter Abgabe der Arbeit ohne triftigen Grund,
  3. Rücktritt vor oder nach Beginn der Prüfung ohne triftigen Grund

gilt als Prüfungsversuch und wird als nicht bestanden ("nicht ausreichend", 5,0) gewertet (§ 20 Abs. 1 BAPO, § 19 Abs. 1 POLBA, § 24 Abs. 1 MPO).

 

1. Krankheit:

Wenn Sie aus Krankheitsgründen nicht an der Prüfung teilnehmen können oder die Abgabefrist der Arbeit nicht einhalten können, müssen Sie bei der Prüfungsverwaltung (hier dem für Sie zuständigen Studienbüro Ihres Faches) ein ärztliches Attest vorlegen. Einen Vordruck finden sie hier.

Bei einer erstmaligen vorgetragenen Prüfungsunfähigkeit reicht ein einfaches ärztliches Attest ohne weitere Angaben aus, welches lediglich die Prüfungsunfähigkeit aus ärztlicher Sicht bescheinigt. Ab der zweiten Meldung der Prüfungsunfähigkeit muss entweder ein amtsärztliches Attest erbracht oder ein qualifiziertes Attest des behandelnden Arztes mit folgenden Angaben vorgelegt werden:

  1. Dauer der Erkrankung,
  2. Termine der ärztlichen Behandlung,
  3. Art und Umfang der Erkrankung unter Angabe der vom Arzt aufgrund eigener Wahrnehmung getroffenen Tatsachenfeststellung (Befundtatsachen) sowie
  4. Auswirkung der Erkrankung auf die Prüfung.

Siehe hierzu z.B. OVG Lüneburg, Urteil vom 15.09.1998 - 10 L 3178/96, KMK-HSchrR/NF 21 C.1 Nr. 30; VG Minden, GB vom 25.01.2000 - 2 K 3874/99, NWVGl. 2000, 232 sowie VG Saarlouis, Urteil vom 21.05.2001 - 1 K 7/99 - (n.v.).
 

! Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung reicht nicht aus ! Bitte verwenden Sie die Attestvorlage des Fachbereichs!

Der Rücktritt von der Prüfung muss unverzüglich, i.d.R. vor Beginn der Prüfung/dem Ende der Abgabefrist der Arbeit, dem Prüfungsamt angezeigt werden. Ein ärztliches Attest ist i.d.R. innerhalb von 3 Tagen vorzulegen.

Die Prüfungsbehörde bildet sich hierzu ein eigenständiges Urteil über die Prüfungsunfähigkeit, hier insbesondere bei Dauerleiden. Dabei muss der Prüfling im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht den Arzt ggfls. von der Schweigepflicht entbinden.

Anzuerkennende medizinische Gründe sind dabei:

Durch ärztliches Attest nachgewiesene ernsthafte Erkrankung, offensichtliche Erkrankung (Krankenhausaufenthalt/Unfall) am Tag der Prüfung oder am Tag des Ablaufs der Abgabefrist.

Grundsätzlich nicht anzuerkennende Krankheitsgründe sind hingegen:

  • Dauerleiden, es sei denn, diese treten in akuten Schüben auf, welche unvorhersehbar in Stärke und Beeinträchtigung sind (z. B. Malaria, MS, Rheuma, psychiatrische Erkrankungen).
  • Prüfungsangst/Examenspsychose (gravierende nervliche Beeinträchtigung im Zusammenhang mit der Prüfung). Diese ist auch dann nicht anzuerkennen, wenn Sie von einem Psychologen oder psychologischen Psychotherapeuten attestiert wird, es sei denn, der Prüfungsangst liegt eine andere psychische oder psychiatrische Störung zugrunde.

 

2. Behinderung:

Bei einer anerkannten Behinderung kann eine Prüfungserleichterung in Form von Schreibzeitverlängerung, Fristverlängerung zur Abgabe der Arbeit etc. gewährt werden.
Dies ist bei der Prüfungsverwaltung (dem für Ihr Fach zuständigen Studienbüro) vor der Prüfung zu beantragen.
Eine nachgewiesene und ärztlich attestierten Legasthenie (nicht Lese- und Rechtschreibschwäche) kann im Sinne von Art. 3 Abs. 3 Satz 2 GG als Behinderung gewertet werden. In Falle einer schriftlichen Prüfung kann eine Schreibzeitverlängerung eingeräumt werden (ca. 10 %).

 

3.  Sonstige anzuerkennende Gründe

3.1 Plötzliche Schicksalsschläge wie Tod eines nahen Angehörigen in engem zeitlichen Zusammenhang zur Prüfung/Abgabefrist; Opfer eines Verbrechens.
Ein enger zeitlicher Zusammenhang liegt dann vor, wenn der Todesfall innerhalb einer Woche vor dem Ablauf der Abgabefrist eingetreten ist.

Nahe Angehörige sind Ehegatten, Lebensgefährten, Geschwister, Kinder (Adoptiv- und Pflegekinder), Eltern, Schwiegereltern, Großeltern, Enkelkinder.

3.2 Nicht vorhersehbare, gravierende Belastungen im privaten Umfeld:

  • Verlust der Wohnung
  • Erkrankung der Kinder, Ehefrau oder des Ehemannes, sofern keine andere Betreuungsperson zu finden ist (Nachweis)
  • Pflegebedürftigkeit der Eltern

In all diesen Fällen verwenden Sie bitte den Antrag auf Verlängerung der Abschlussarbeit.

4. Nicht anzuerkennende Gründe:

1. Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Material (Abgabe der Magister-/Bachelorarbeit):

Über Ausnahmefälle entscheidet die/der Vorsitzende des Prüfungskollegiums/Prüfungsausschusses aufgrund eines begründeten Antrags der Erstgutachterin/des Erstgutachters.

2. Technische Probleme:

Virus auf dem Rechner, Verlust der Daten, defekter Drucker sind nicht anzuerkennen, da Backup/Datensicherung vorausgesetzt werden und die Möglichkeit besteht, am ZDV zu arbeiten.

3. Schwangerschaft (außerhalb der gesetzlichen Mutterschutzfristen):

Sofern diese ohne Komplikationen verläuft. Akute Störungen sind wie eine Erkrankung zu behandeln.